Inhalt
- Warum funktioniert Video im Azubi-Recruiting so gut?
- Was wollen Schülerinnen und Schüler im Video sehen?
- Welche Formate funktionieren im Azubi-Recruiting?
- Wie bringst du Azubis entspannt vor die Kamera?
- Wann sollte dein Azubi-Video online sein?
- Wo muss das Azubi-Video laufen?
- Checkliste für dein Azubi-Video

Warum funktioniert Video im Azubi-Recruiting so gut?
Schülerinnen und Schüler entscheiden sich für einen Ausbildungsbetrieb, den sie sich vorstellen können. Eine Stellenanzeige mit Aufgabenliste hilft dabei wenig, denn mit 15 oder 16 weiß kaum jemand, wie der Alltag als Mechatronikerin oder Industriekaufmann aussieht. Ein Azubi-Video zeigt es: die Werkstatt, das Team, den ersten Tag. Und es erzählen Menschen, die nur 2 bis 3 Jahre älter sind.
Dazu kommt, dass die Entscheidung selten allein fällt. Eltern, Lehrkräfte und Freunde reden mit. Ein gutes Azubi-Recruiting erreicht deshalb 2 Gruppen: die Jugendlichen mit kurzen Clips in ihren Kanälen und die Eltern mit einer ruhigeren Langfassung, die Fragen zu Ausbildungsinhalten, Übernahme und Ansprechpartnern beantwortet.
Azubi-Video oder Ausbildungsvideo? Gemeint ist dasselbe: ein Recruiting-Video, das für eine Ausbildung wirbt. In der Praxis steht „Azubi-Video“ meist für kurze Clips in Social Media, „Ausbildungsvideo“ eher für die längere Fassung auf Website und Messe. Erfolgreiches Azubi-Recruiting braucht beides.
Was wollen Schülerinnen und Schüler im Video sehen?
Schülerinnen und Schüler wollen im Video vor allem 3 Dinge sehen: wie ein normaler Tag in der Ausbildung abläuft, mit wem sie es zu tun haben und was nach der Ausbildung kommt. Allgemeine Aussagen über Werte und Tradition überspringen sie. Konkrete Antworten auf ihre echten Fragen halten sie im Video und senken die Hemmschwelle, sich zu bewerben.
| Frage der Zielgruppe | So beantwortet das Video sie |
|---|---|
| Was mache ich am ersten Tag? | Azubis erzählen von ihrem Start, die Kamera zeigt die Einführungswoche |
| Mit wem arbeite ich? | Ausbilderin, Team und Mit-Azubis kommen kurz zu Wort |
| Was mache ich konkret? | Hände an der Maschine, am Bildschirm, im Labor statt Totalen vom Gebäude |
| Wie läuft die Berufsschule? | Ein Azubi erklärt den Wechsel zwischen Betrieb und Schule |
| Was verdiene ich? | Ausbildungsvergütung und Zusatzleistungen offen einblenden |
| Werde ich übernommen? | Ehemalige Azubis zeigen, wo sie heute arbeiten |
| Was, wenn ich etwas falsch mache? | Azubis erzählen von Fehlern und davon, wie das Team damit umgeht |
Diese Fragen findest du nicht im Konferenzraum. Frag deine aktuellen Azubis, was sie vor ihrer Bewerbung wissen wollten, und sammle die Fragen, die Schüler am Messestand stellen. Daraus entsteht der Fragenkatalog für die Interviews.
Wie sehr ein Berufsbild gewinnt, wenn man es in seiner ganzen Breite zeigt, zeigt der Film für die Werkfeuerwehr der BASF in Ludwigshafen. Die Werkfeuerwehr suchte gezielt Nachwuchs, doch die Vielfalt des Berufs war von außen kaum sichtbar. Der Film zeigt Einsätze, Prävention und Technik, ergänzt um persönliche Einblicke aus dem Team, und trägt dazu bei, neue Bewerbungen zu generieren. Zum Film für die BASF-Werkfeuerwehr
Welche Formate funktionieren im Azubi-Recruiting?
Im Azubi-Recruiting funktionieren kurze Serienformate im Hochformat, ergänzt um ein längeres Ausbildungsvideo. Bewährt haben sich Berufe-Steckbriefe von 30 bis 60 Sekunden, „Ein Tag als …“-Clips, Fragerunden mit Azubis und eine Langfassung von 2 bis 3 Minuten für Karriereseite, Messe und Eltern. Alle diese Formate lassen sich in einem gemeinsamen Dreh planen.
- Berufe-Steckbrief: pro Ausbildungsberuf ein Clip, erzählt von einem Azubi aus diesem Beruf. Ideal für die Ausbildungsseite und die Stellenanzeige.
- „Ein Tag als …“: ein Arbeitstag in 45 Sekunden aus der Perspektive eines Azubis. Stark in technischen Berufen, in denen der Arbeitsplatz viel zeigt.
- Azubis beantworten Fragen: echte Fragen aus Kommentaren oder von der Messe, beantwortet in wenigen Sätzen. Das Format lässt sich mit wenig Aufwand fortsetzen.
- Ausbildungsvideo als Langfassung: 2 bis 3 Minuten mit mehreren Berufen, Ausbildern und Einblicken in Übernahme und Weiterbildung. Für Karriereseite, Elternabend und Messestand.
- Azubi-Takeover: Azubis drehen selbst mit dem Smartphone, etwa beim Projekttag oder auf der Azubi-Fahrt. Glaubwürdig, aber nur mit klaren Regeln und etwas Übung.
Den Unterschied machen nicht die Formate allein, sondern ihr Zusammenspiel: Kurze Clips wecken Interesse, die Langfassung beantwortet Fragen, die Ausbildungsseite führt zur Bewerbung. Wie Recruiting-Formate allgemein zusammenwirken, beschreibt der Ratgeber Recruiting-Video: Formate und Ablauf.
Wie bringst du Azubis entspannt vor die Kamera?
Azubis wirken vor der Kamera dann natürlich, wenn sie nicht vorlesen, sondern erzählen. Wähle Protagonisten, die gern reden, nicht die mit den besten Noten. Führe vorher ein kurzes Gespräch ohne Kamera, stelle beim Dreh offene Fragen, statt Text vorzugeben, und drehe dort, wo sie sich auskennen: an ihrem Arbeitsplatz, mit ihren Kolleginnen und Kollegen.
- Mischung: verschiedene Berufe, Lehrjahre und Persönlichkeiten. Wer im ersten Lehrjahr ist, erinnert sich noch genau an die Bewerbung. Wer im dritten ist, erzählt von Verantwortung und Übernahme.
- Ausbilder in der Nebenrolle: Sie ergänzen, aber sie erklären die Ausbildung nicht an Stelle der Azubis.
- Freiwilligkeit: Wer nicht will, muss nicht. Unfreiwillige Protagonisten sieht man im Bild.
- Einwilligung: Lass dir die Mitwirkung schriftlich bestätigen. Bei Minderjährigen unterschreiben zusätzlich die Erziehungsberechtigten.
- Drehtermin: nicht in der Prüfungsvorbereitung und nicht im Berufsschulblock.
Genau so ist der Azubi-Film der MVV Energie in Mannheim entstanden. Dem Unternehmen fehlte für die Ansprache von Auszubildenden ein klarer, zeitgemäßer Recruitingfilm. Deshalb haben wir den Film nicht über die Azubis gemacht, sondern mit ihnen: einen dynamischen Film, der Energie, Teamgeist und Arbeitsalltag zeigt. Er wird seit Jahren im Recruiting eingesetzt und funktioniert bis heute ohne grundlegende Anpassungen. Zum Azubi-Film der MVV Energie
Wann sollte dein Azubi-Video online sein?
Dein Azubi-Video sollte online sein, bevor die Bewerbungsphase für das nächste Ausbildungsjahr beginnt. Viele Betriebe besetzen ihre Ausbildungsplätze lange vor dem Ausbildungsstart, und Ausbildungsmessen und Berufsorientierung in den Schulen liegen oft noch davor. Plane deshalb rückwärts: Vom Veröffentlichungstermin aus brauchst du Zeit für Konzept, Dreh, Schnitt und Freigaben.
| Phase | Zeitpunkt | Was passiert |
|---|---|---|
| Konzept | einige Monate vor Bewerbungsstart | Berufe auswählen, Fragen sammeln, Azubis ansprechen |
| Dreh | mit Abstand zu Prüfungen und Berufsschulblöcken | Langfassung, Steckbriefe und Clips in einem Dreh |
| Schnitt und Freigabe | vor der Messesaison | Hochformat-Clips, Langfassung, Untertitel |
| Veröffentlichung | zum Start der Bewerbungsphase | Ausbildungsseite, Social Media, Messe, Schulen |
| Laufende Clips | während der Bewerbungsphase | Fragerunden, Takeovers, Erinnerung an Fristen |
Ein zeitlos gestaltetes Ausbildungsvideo arbeitet für mehrere Jahrgänge. Neu drehen musst du in der Regel nur die kurzen Clips, die Fristen, Termine oder neue Berufe ankündigen.
Wo muss das Azubi-Video laufen?
Ein Azubi-Video muss dort laufen, wo Schülerinnen und Schüler Zeit verbringen und wo sie sich informieren: in Social Media für den ersten Kontakt, auf der Ausbildungsseite deiner Website für die Entscheidung, auf Ausbildungsmessen und in Schulen für das persönliche Gespräch. Jeder Ort braucht seine eigene Fassung, denn ein Querformat-Film wirkt auf TikTok fehl am Platz.
- Instagram, TikTok, YouTube Shorts: Hochformat, Untertitel und ein Einstieg mit einem Azubi-Gesicht, nicht mit dem Logo. Wie Clips als Serie geplant werden, zeigt die Seite Social-Media-Videoproduktion.
- Ausbildungsseite: je Beruf ein Steckbrief direkt neben dem Bewerbungsbutton, dazu die Langfassung.
- Ausbildungsmesse: als Loop am Stand, ohne Ton verständlich, mit QR-Code zur Bewerbung.
- Schulen und Elternabende: die Langfassung als Gesprächseinstieg.
- Messenger: Azubis leiten Clips an Freunde weiter. Mach es ihnen leicht und gib ihnen die Dateien.
Checkliste für dein Azubi-Video
Ein Azubi-Video ist gut vorbereitet, wenn Zielberufe, Protagonisten, Einwilligungen, Formate und Veröffentlichungstermin feststehen, bevor die Kamera läuft. Die folgende Checkliste fasst zusammen, was du vor dem Dreh klären solltest. Sie eignet sich auch als Grundlage für das Briefing an eine Filmagentur oder für das Abstimmungsgespräch mit deiner Ausbildungsleitung.
- Zielberufe festgelegt, höchstens ein Beruf pro Clip
- Fragen der Zielgruppe bei aktuellen Azubis gesammelt
- Protagonisten freiwillig, aus verschiedenen Berufen und Lehrjahren
- Einwilligungen eingeholt, bei Minderjährigen auch von den Erziehungsberechtigten
- Hochformat und Untertitel von Anfang an im Konzept
- Langfassung für Eltern, Messe und Karriereseite eingeplant
- Ausbildungsvergütung, Übernahme und Ansprechperson klar benannt
- Ein machbarer nächster Schritt: Praktikum, Schnuppertag oder Kurzbewerbung
- Veröffentlichung vor dem Bewerbungsstart terminiert
- Links mit Kanal-Markierung, damit du siehst, woher Bewerbungen kommen
Wenn du dein Azubi-Video produzieren lassen willst, findest du Ablauf und Leistungen im Abschnitt Azubi-Video für Ausbildungsbetriebe. Weitere Filme, darunter den Azubi-Film der MVV Energie, siehst du bei den Recruiting-Video-Beispielen. Was ein Azubi-Video kostet und wovon der Preis abhängt, steht unter Recruiting-Video-Kosten.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Azubi-Video sein?
Für Instagram, TikTok und YouTube Shorts sind 15 bis 60 Sekunden sinnvoll, mit einem Einstieg, der in den ersten Sekunden ein Gesicht und eine Frage zeigt. Die Langfassung für Karriereseite, Ausbildungsmesse und Eltern darf 2 bis 3 Minuten dauern. Entscheidend ist, dass jeder Clip genau einen Beruf oder eine Frage behandelt.
Dürfen minderjährige Azubis in einem Recruiting-Video mitwirken?
Ja, wenn sie freiwillig mitmachen und die Einwilligung schriftlich vorliegt. Bei Minderjährigen unterschreiben zusätzlich die Erziehungsberechtigten. Die Einwilligung sollte Zweck, Kanäle und Nutzungsdauer nennen und regeln, was passiert, wenn jemand den Betrieb verlässt. Lass die Vorlage von deiner Rechts- oder Datenschutzabteilung prüfen.
Sollen Azubis die Videos selbst drehen?
Für laufende Clips ja, für das Fundament eher nicht. Selbst gedrehte Takeovers wirken nah und glaubwürdig, brauchen aber klare Regeln zu Inhalten, Datenschutz und Freigabe. Steckbriefe und Langfassung sollten professionell entstehen, weil sie über mehrere Jahrgänge im Einsatz sind. Damit Azubis selbst gute Clips drehen, hilft ein Smartphone-Workshop für dein Ausbildungsteam.
Wann sollte ein Azubi-Video veröffentlicht werden?
Vor Beginn der Bewerbungsphase für das nächste Ausbildungsjahr, also deutlich vor dem Ausbildungsstart. Ideal ist ein Termin vor der Saison der Ausbildungsmessen und der Berufsorientierung in den Schulen. Plane vom Veröffentlichungstermin rückwärts und lege den Dreh außerhalb von Prüfungszeiten und Berufsschulblöcken.
Was kostet ein Azubi-Video?
Das hängt davon ab, wie viele Berufe, Clips und Drehorte geplant sind. Zur Orientierung: Recruitingfilm ab 15.000 €, einzelnes Social-Media-Format ab 2.500 €. Pro Clip günstiger wird es, wenn Steckbriefe, Social-Clips und Langfassung in einem Dreh entstehen. Alle Preisrahmen findest du unter Kosten einer Videoproduktion.




