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Welche Recruiting-Video-Formate gibt es?
Für Recruiting-Videos gibt es 6 gängige Formate: den Recruiting-Imagefilm, Mitarbeiterporträts, Stellenclips, szenische Kampagnen-Clips, Azubi-Videos und kurze Social-Recruiting-Clips. Sie unterscheiden sich in Länge, Kanal und Aufgabe. Der Imagefilm schafft Orientierung, das Porträt Vertrauen, der Stellenclip Klarheit über eine konkrete Rolle. Die meisten Arbeitgeber kombinieren 2 oder 3 Formate aus einem Dreh.
| Format | Typische Länge | Hauptkanal | Aufgabe |
|---|---|---|---|
| Recruiting-Imagefilm | 60 Sekunden bis 3 Minuten | Karriereseite, Messe | Arbeitgebermarke und Kultur auf einen Blick |
| Mitarbeiterporträt | 60 bis 120 Sekunden | Karriereseite, LinkedIn, Stellenanzeige | Vertrauen durch echte Kolleginnen und Kollegen |
| Stellenclip | 30 bis 60 Sekunden | Stellenanzeige, Jobportal | Rolle, Team und Umfeld einer Vakanz zeigen |
| Kampagnen-Clip | 15 bis 45 Sekunden | Social Media, Online-Anzeigen | Aufmerksamkeit für einen wenig bekannten Arbeitgeber |
| Azubi-Video | 15 bis 60 Sekunden im Hochformat, dazu eine Langfassung | Instagram, TikTok, Ausbildungsmesse | Schülerinnen und Schüler erreichen |
| Social-Recruiting-Clip | unter 60 Sekunden | LinkedIn, Reels, Shorts | Arbeitgebermarke zwischen Kampagnen sichtbar halten |
Die Längen sind Richtwerte aus der Praxis, keine Regeln. Wie die Formate in echten Projekten aussehen, zeigen unsere kommentierten Recruiting-Video-Beispiele.
Recruiting-Imagefilm
Der Hauptfilm für die Karriereseite. Er beantwortet die Frage, wie es sich anfühlt, bei euch zu arbeiten, und funktioniert als gemeinsamer Einstieg für alle Zielgruppen. Seine Schwäche: Er bleibt allgemein. Wer konkrete Stellen besetzen muss, braucht zusätzlich spezifischere Formate.
Mitarbeiterporträts
Eine Kollegin oder ein Kollege erzählt von Aufgaben, Team und Entwicklung. Porträts gehören zu den glaubwürdigsten Recruiting-Formaten, weil Bewerber diese Menschen später im Gespräch wiedertreffen. Als Serie decken sie mehrere Berufsgruppen ab. Wie du Interviews führst, die nicht gestellt wirken, beschreibt der Ratgeber Testimonial-Video.
Stellenclips
Ein kurzer Clip zu einer konkreten Vakanz: Wer ist das Team, wo wird gearbeitet, was erwartet dich in den ersten Wochen? Stellenclips lohnen sich bei Positionen, die regelmäßig neu besetzt werden, etwa in Produktion, Logistik oder Vertrieb.
Kampagnen-Clips
Szenische Kurzfilme mit einer wiederkehrenden Idee. Sie sind das Mittel der Wahl, wenn ein Arbeitgeber kaum bekannt ist oder in einem Umfeld auffallen muss, in dem alle Recruiting-Videos gleich aussehen. Für die GAG Ludwigshafen haben wir dafür in der Kampagne „verrückt gute Jobs“ bekannte Redewendungen wörtlich genommen und in kleine Geschichten mit klarem Call to Action übersetzt. Zur Kampagne der GAG
Azubi-Videos und Social-Clips
Für Schülerinnen und Schüler gelten eigene Regeln: Hochformat, Azubis als Erzähler, ein machbarer nächster Schritt wie ein Praktikum. Mehr dazu im Ratgeber Azubi-Recruiting mit Video. Social-Recruiting-Clips entstehen meist als Ausschnitte aus dem Hauptdreh und halten die Arbeitgebermarke zwischen 2 Kampagnen sichtbar.
Welches Format passt zu deiner Zielgruppe?
Das passende Format ergibt sich aus 2 Fragen: Wen suchst du, und wie gut kennt dich diese Zielgruppe schon? Wer als Arbeitgeber unbekannt ist, braucht zuerst Aufmerksamkeit, also Kampagnen-Clips oder einen starken Hauptfilm. Wer bekannt ist, aber schwer besetzbare Fachstellen hat, gewinnt mit Porträts und Stellenclips, die die Arbeit konkret zeigen.
| Deine Ausgangslage | Sinnvolle Kombination |
|---|---|
| Unbekannter Arbeitgeber mit vielen offenen Stellen | Kampagnen-Clips plus Recruiting-Imagefilm |
| Erklärungsbedürftige Fachstellen in IT, Technik oder Labor | Mitarbeiterporträts plus Stellenclips |
| Wiederkehrende Vakanzen in Produktion oder Logistik | Stellenclips je Berufsgruppe plus Social-Clips |
| Ausbildungsbetrieb | Azubi-Serie im Hochformat plus Langfassung für Messe und Eltern |
| Starker Wettbewerber um dieselben Fachkräfte | Porträtserie mit klarer Haltung und einem Einstieg, der überrascht |
| Arbeitgeberbild älter als die Realität | Recruiting-Imagefilm plus Porträts, die den Wandel belegen |
Ein Beispiel für die vorletzte Zeile: Nexontis, ein IT-Spezialist im SAP-Umfeld, konkurriert um dieselben Fachkräfte wie SAP selbst. Headhunter brachten Kontakte, aber keine Sichtbarkeit. Wir haben 9 Mitarbeiterporträts produziert und ein Hero-Video, das bewusst mit Humor arbeitet und schon in den ersten Sekunden aus dem Muster fällt. Das Ergebnis: deutlich mehr Bewerbungen über LinkedIn, alle offenen Stellen besetzt, und im Bewerbungsgespräch kannten die Kandidaten das Video. Zur Success Story Nexontis
Wer mehrere Zielgruppen gleichzeitig erreichen will, landet schnell bei einer Kampagne. Wie du sie aufbaust, zeigt der Ratgeber Employer-Branding-Kampagne mit Video. Was ein Recruiting-Video kostet und welche Faktoren den Preis bestimmen, steht im Abschnitt Recruiting-Video-Kosten unserer Preisübersicht.
Wie läuft die Produktion eines Recruiting-Videos ab?
Die Produktion eines Recruiting-Videos folgt 6 Phasen: Analyse, Strategie, Konzept, Dreh, Schnitt und Einsatz. Die ersten 3 Phasen entscheiden über die Wirkung, die letzten 3 über die Qualität. Der häufigste Fehler ist, mit dem Drehtermin zu beginnen. Erst wenn feststeht, wen der Film erreichen soll und was danach passieren muss, lohnt sich die Kamera.
1. Analyse: Wo hakt dein Recruiting?
Welche Stellen bleiben lange offen? Wer bewirbt sich heute, wer nicht? Wo brechen Kandidaten ab? Wie treten die Arbeitgeber auf, mit denen du um dieselben Leute konkurrierst? Oft reichen dafür ein Gespräch mit HR und Fachbereich und ein Blick auf die Karriereseiten der Wettbewerber. Sehr ergiebig ist eine einfache Frage an neue Kolleginnen und Kollegen: Warum habt ihr euch für uns entschieden?
2. Strategie: eine Zielgruppe, eine Botschaft
Hier legst du fest, wen jedes Video anspricht, welche Kernbotschaft hängen bleiben soll und woran du den Erfolg misst, zum Beispiel an Bewerbungen pro Kanal. Ein Film für Azubis, Ingenieurinnen und Vertrieb zugleich erreicht am Ende niemanden. Das Ergebnis dieser Phase ist ein Formatplan: welche Videos, für welche Kanäle, in welchen Seitenverhältnissen.
3. Konzept: Vorgespräche statt Drehbuch
Im Recruiting-Video sprechen echte Mitarbeitende. Deshalb beginnt das Konzept mit Vorgesprächen: Wer erzählt gern, wer hat eine Geschichte, die zur Botschaft passt? Daraus entstehen Interviewleitfaden, Szenenliste und Drehplan. Ein Skript zum Auswendiglernen ist fast immer ein Fehler, denn gelernte Sätze hört man.
4. Dreh: dort, wo gearbeitet wird
Gedreht wird in der Werkhalle, im Labor, im Büro, auf der Baustelle. Ein guter Drehplan bündelt Protagonisten und Orte so, dass Hauptfilm, Porträts und Clips aus demselben Dreh entstehen. Fotos für Karriereseite und Stellenanzeigen lassen sich gleich mitproduzieren, so wie bei Nexontis, wo Videos und Fotos aus denselben Drehs stammen.
5. Schnitt und Versionen
Aus dem Material entstehen die Hauptfassung und die Varianten: 16:9 für Website und Messe, 9:16 und 4:5 für Social Media, Untertitel für alle Fassungen, weil viele Clips ohne Ton laufen. Plane die Versionen von Anfang an, sonst fehlen im Schnitt die passenden Einstellungen für das Hochformat.
6. Einsatz und Auswertung
Ein Recruiting-Video wirkt erst, wenn es dort läuft, wo deine Zielgruppe sucht. Lege fest, wer welchen Kanal bespielt, und markiere die Links zur Bewerbung, damit du siehst, welcher Kanal Bewerbungen bringt. Nach einigen Wochen lohnt der Blick auf die Zahlen: Welche Clips werden zu Ende geschaut, welche Porträts bringen Klicks auf die Stelle?
Wie wir diese Phasen in Projekten umsetzen, steht auf der Seite Recruiting-Video erstellen lassen.
Was musst du als Auftraggeber vorbereiten?
Als Auftraggeber bereitest du vor allem 3 Dinge vor: Klarheit über die Zielstellen, Mitarbeitende, die vor die Kamera wollen, und die internen Freigaben. Kamera, Licht und Ton bringt die Produktion mit. Was sie nicht mitbringen kann, sind Drehgenehmigungen, Einverständniserklärungen und eine Person im Unternehmen, die Termine koordiniert und Entscheidungen treffen darf.
- Zielstellen: Welche 2 oder 3 Stellenprofile sind am dringendsten?
- Ansprechperson: eine Person aus HR oder Kommunikation, die koordiniert und Feedback bündelt.
- Protagonisten: eine Vorauswahl von Mitarbeitenden aus verschiedenen Bereichen, freiwillig und mit Zeit für ein Vorgespräch.
- Einwilligungen: schriftliche Einverständniserklärungen für Bild und Ton mit Zweck, Kanälen und Nutzungsdauer. Kläre auch, was passiert, wenn jemand das Unternehmen verlässt.
- Betriebsrat: Wenn es einen gibt, binde ihn früh ein.
- Drehorte und Sicherheit: Genehmigungen für Werksgelände, Sicherheitsunterweisung, Schutzausrüstung und Bereiche, die nicht gefilmt werden dürfen.
- Freigabeweg: Wer gibt Konzept und Schnitt frei? Je weniger Instanzen, desto schneller.
- Kanalplan: Wer stellt die Videos wo online, und wohin führt der Link?
Wie lang sollte ein Recruiting-Video sein?
Ein Recruiting-Imagefilm für die Karriereseite liegt meist zwischen 60 Sekunden und 3 Minuten. Mitarbeiterporträts funktionieren mit 60 bis 120 Sekunden, Stellenclips mit 30 bis 60 Sekunden. Für Instagram, TikTok und LinkedIn sind kürzere Fassungen sinnvoll. Wichtiger als die Länge ist der Einstieg: In den ersten Sekunden muss klar sein, für wen das Video gedacht ist.
Eine Faustregel aus dem Schnitt: Jede Szene muss eine Frage der Bewerber beantworten. Wenn eine Einstellung nur zeigt, dass das Gebäude modern ist, kann sie raus. Lange Fassungen funktionieren dort, wo Menschen sich bewusst informieren, etwa auf der Karriereseite oder im Gespräch am Messestand. Im Feed entscheidet der Einstieg, ob überhaupt jemand bleibt.
Welche Fehler kosten die meiste Wirkung?
Die meisten Recruiting-Videos scheitern nicht an Kamera oder Schnitt, sondern an Entscheidungen vor dem Dreh. Fehlt die Zielgruppe, fehlt die Botschaft. Fehlen die Hochformat-Versionen im Konzept, fehlen sie im Material. Und läuft der Film nur auf der Karriereseite, sehen ihn vor allem Menschen, die sich ohnehin schon bewerben wollten.
- Drehtermin vor Strategie: Der Termin steht, aber niemand weiß, was der Film leisten soll.
- Ein Film für alle: Azubis, Fachkräfte und Führungskräfte in einem Video.
- Die Geschäftsführung spricht, das Team schweigt: Bewerber wollen wissen, mit wem sie arbeiten, nicht nur, wer das Unternehmen führt.
- Alles hängt an einer Person: Verlässt sie das Unternehmen, ist der Film veraltet. Mehrere Stimmen machen ihn robuster.
- Modische Gestaltung: Effekte und Musik, die nach einem Jahr altbacken wirken.
- Musik nur für die Website lizenziert: Für Social Media und Anzeigen braucht es oft andere Rechte.

Wie lange ein durchdachtes Recruiting-Video tragen kann, zeigt der Azubi-Film der MVV Energie in Mannheim. Gemeinsam mit den Auszubildenden entstand ein Film, der Energie, Teamgeist und Arbeitsalltag zeigt. Er wird seit Jahren im Recruiting eingesetzt und funktioniert bis heute ohne grundlegende Anpassungen. Zum Azubi-Film der MVV Energie
Häufige Fragen
Welches Recruiting-Video-Format eignet sich für den Einstieg?
Für die meisten Arbeitgeber ist eine kleine Porträtserie ein guter Start: 3 bis 5 Mitarbeitende aus den Bereichen, in denen du am dringendsten suchst. Porträts wirken glaubwürdig, lassen sich einzeln bei passenden Stellen einsetzen und liefern Material für Social-Clips. Ein Recruiting-Imagefilm lohnt sich zusätzlich, wenn deine Karriereseite einen gemeinsamen Einstieg für alle Zielgruppen braucht.
Wie viele Mitarbeitende sollten im Recruiting-Video vorkommen?
Im Hauptfilm haben sich 3 bis 6 Stimmen bewährt. Weniger wirkt schnell wie ein Einzelporträt, mehr lässt keiner Person Zeit für eine echte Aussage. Achte auf eine Mischung aus Bereichen, Erfahrungsstufen und Persönlichkeiten. So erkennen sich unterschiedliche Bewerber wieder, und der Film veraltet nicht, sobald eine Person das Unternehmen verlässt.
Brauchen wir Einverständniserklärungen der Mitarbeitenden?
In aller Regel ja. Von allen, die im Video erkennbar mitwirken, solltest du eine Einwilligung einholen, im Arbeitsverhältnis schriftlich oder elektronisch, mit Angaben zu Zweck, Kanälen und Nutzungsdauer. Kläre vorab, wie ihr mit den Videos umgeht, wenn jemand das Unternehmen verlässt. Bei minderjährigen Azubis unterschreiben zusätzlich die Erziehungsberechtigten. Das ist keine Rechtsberatung: Lass deine Vorlage von der Rechts- oder Datenschutzabteilung prüfen.
Wie lange dauert die Produktion eines Recruiting-Videos?
Der Dreh ist meist der kürzeste Teil. Die meiste Zeit fließt in Analyse, Konzept, Vorgespräche und Freigaben, im Schnitt in die Feedbackschleifen. Ein einzelner Film ist deutlich schneller fertig als eine Kampagne mit mehreren Formaten, Standorten oder Sprachen. Plane deshalb rückwärts vom Termin, an dem das Video online sein muss, etwa vor einer Messe oder dem Start der Bewerbungsphase.
Was kostet ein Recruiting-Video?
Das hängt von der Zahl der Formate, den Drehtagen, den Drehorten und dem Interviewaufwand ab. Zur Orientierung: strategisch entwickelter Recruitingfilm ab 15.000 €, einzelnes Social-Media-Format ab 2.500 €. Alle Formate und Kostenfaktoren im Vergleich findest du unter Kosten einer Videoproduktion.



