Inhalt
- Warum klingt Ton vom Smartphone oft schlecht?
- Weg 1: ohne Zusatzmikrofon, mit einem zweiten Smartphone
- Weg 2: das Ansteckmikrofon für den Einstieg
- Weg 3: die Funkstrecke für regelmäßige Produktion
- Welche Lösung passt zu welchem Einsatz?
- Wie klingt dein Smartphone-Video besser, egal mit welchem Mikrofon?
- Wann lohnt sich ein professioneller Dreh?

Ein Smartphone filmt heute Bilder, die für LinkedIn, Recruiting-Posts oder interne Videos ausreichen. Der Ton tut das oft nicht. Hall im Besprechungsraum, Wind auf dem Werksgelände, eine Stimme, die 2 Meter vom Handy entfernt im Raum verschwindet: Zuschauer verzeihen ein unruhiges Bild eher als einen Satz, den sie nicht verstehen. Ein externes Mikrofon für das Smartphone löst die meisten dieser Probleme.
Wir zeigen dir 3 Wege zu gutem Ton, vom Nulltarif bis zur Funkstrecke, und worauf es beim Einsatz im Unternehmen ankommt. Der Beitrag erschien erstmals 2023 mit unserem damaligen Praxisvergleich und wurde 2026 vollständig überarbeitet.
Dieser Beitrag enthält keine Kauf- oder Partnerlinks. Wir beschreiben Gerätetypen statt Bestsellerlisten, weil Modelle schneller wechseln als die Regeln für guten Ton.
Warum klingt Ton vom Smartphone oft schlecht?
Das eingebaute Mikrofon eines Smartphones nimmt auf, was im Raum passiert: Stimme, Hall, Lüftung, Straßenlärm. Steht das Handy 2 Meter vom Sprecher entfernt, ist die Stimme nur noch ein Teil davon. Ein externes Mikrofon verkürzt den Abstand zum Mund. Das ist der wichtigste Hebel für verständlichen Ton, wichtiger als jedes Modell und jeder Preis.
Die 3 häufigsten Störenfriede:
- Hall: große, leere Räume mit Glas, Beton oder Fliesen.
- Störgeräusche: Lüftung, Maschinen, Kaffeemaschine, Straßenverkehr.
- Wind: Schon eine leichte Brise erzeugt draußen dumpfes Rumpeln auf dem Mikrofon.
Weg 1: ohne Zusatzmikrofon, mit einem zweiten Smartphone
Ohne zusätzliches Mikrofon hilft nur Nähe. Entweder filmst du nah am Sprecher in einem ruhigen Raum, oder du nutzt ein zweites Smartphone als Tonrecorder. Es liegt knapp außerhalb des Bildes nah am Sprecher, etwa auf dem Tisch oder in der Brusttasche, und nimmt nur den Ton auf. Im Schnitt legst du Bild und Ton synchron übereinander. Das kostet nichts, aber Zeit.
- Am Anfang einmal deutlich in die Hände klatschen. Der Ausschlag in beiden Tonspuren macht das Anlegen im Schnitt leicht.
- Beide Geräte in den Flugmodus schalten, damit kein Anruf die Aufnahme unterbricht.
- Eine Probeaufnahme machen und über Kopfhörer abhören, bevor es ernst wird.
Wie du die zweite Tonspur anlegst, zeigt unser Vergleich der Apps zum Video schneiden am Handy. Für Außenaufnahmen und Termine mit Zeitdruck taugt dieser Weg nicht.
Weg 2: das Ansteckmikrofon für den Einstieg
Ein Ansteckmikrofon, auch Lavalier genannt, sitzt direkt an der Kleidung, etwa eine Handbreit unter dem Kinn. Für Smartphones gibt es Einsteiger-Sets, deren Empfänger direkt in die Buchse des Handys gesteckt wird, kabellos oder mit Kabel. Es gibt sie oft schon für einen zweistelligen Eurobetrag, sie funktionieren meist ohne App und reichen für Interviews, Statements und Erklärvideos in Innenräumen.
In der ersten Fassung dieses Beitrags haben wir ein solches Set mit Steckempfänger gegen eine Funkstrecke der Profiklasse getestet. Das Ergebnis: Für seinen Preis liefert das Einsteiger-Set gut verständliche Sprache und ist in Sekunden einsatzbereit. Bei Wind, größerem Abstand und lauter Umgebung hatte die Funkstrecke deutlich mehr Reserven.
- Anschluss: Seit dem iPhone 15 haben auch iPhones USB-C. Ältere iPhones brauchen Lightning, die meisten Android-Geräte USB-C.
- 2 Sender: Sprechen 2 Personen, braucht jede ihr eigenes Mikrofon.
- Windschutz: Für draußen gehört ein Fellwindschutz auf jedes Mikrofon.
- Kleidung: Das Mikrofon darf nicht an Stoff, Schmuck oder Haaren reiben, das Kabel verläuft unter der Kleidung.
Weg 3: die Funkstrecke für regelmäßige Produktion
Eine Funkstrecke besteht aus 1 oder 2 Sendern mit eingebautem Mikrofon und einem Empfänger, der an Smartphone, Kamera oder Rechner angeschlossen wird. Gegenüber Einsteiger-Sets bieten diese Systeme mehr Reichweite, eine saubere Pegelregelung und oft eine interne Aufnahme im Sender als Sicherheitskopie. Sie liegen im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich und lohnen sich, wenn dein Team regelmäßig filmt.
In unserem Vergleich von 2023 hat die Funkstrecke Rode Wireless GO II das Einsteiger-Set in fast allen Punkten übertroffen. Inzwischen gibt es Nachfolgemodelle und Alternativen mehrerer Hersteller. Achte beim Vergleich auf 3 Funktionen:
- Interne Aufnahme im Sender: Bricht die Funkverbindung ab oder übersteuert der Pegel, ist die Aufnahme trotzdem da.
- Getrennte Spuren: Bei 2 Sprechern landen beide Stimmen auf eigenen Spuren und lassen sich im Schnitt einzeln regeln.
- Anschluss für ein Ansteckmikrofon: Der Sender verschwindet am Hosenbund, am Kragen sitzt nur ein kleines Lavalier. Im Bild wirkt das ruhiger.
Viele Empfänger lassen sich zusätzlich per USB an den Rechner anschließen, praktisch für Webinare und Online-Schulungen, in denen sich Sprecher frei bewegen. Bei professionellen Drehs kommen Richtmikrofon an der Tonangel und ein separater Recorder dazu. In unserem Filmstudio Ludwigshafen stehen dafür Ton- und Lichttechnik, Interview-Setups und ein Podcast-Setup bereit.

Welche Lösung passt zu welchem Einsatz?
| Kriterium | Ohne Zusatzmikrofon | Einsteiger-Ansteckmikrofon | Funkstrecke |
|---|---|---|---|
| Kosten | keine | oft schon zweistelliger Eurobetrag | niedriger bis mittlerer dreistelliger Bereich |
| Geeignet für | kurze Statements in ruhigen Räumen | Interviews, Erklärvideos, Social Clips in Innenräumen | Interviews draußen, Events, Webinare, regelmäßige Produktion |
| Abstand zur Kamera | gering | mittel | groß |
| Aufwand | Ton im Schnitt anlegen | einstecken und loslegen | kurze Einrichtung, danach zuverlässig |
| Sicherheitskopie | über das zweite Gerät | nein | bei vielen Modellen im Sender |
Wie klingt dein Smartphone-Video besser, egal mit welchem Mikrofon?
Ein gutes Mikrofon hilft wenig im falschen Raum. Mehr als jedes Upgrade bringen 3 Regeln: den Abstand zum Mund verkürzen, harte Räume meiden und vor dem Dreh abhören. Wer sie einhält, bekommt schon mit einem Einsteiger-Set brauchbaren Ton für Social Media und interne Videos. Diese 5 Handgriffe gehören vor jede Aufnahme:
- Raum wählen: Teppich, Vorhänge, Polstermöbel und volle Regale schlucken Hall. Meide leere Glasräume und Treppenhäuser.
- Störquellen abschalten: Fenster zu, Lüftung und Kaffeemaschine aus, Telefone stumm.
- Pegel testen: Die Person spricht in normaler Lautstärke ein paar Sätze, du hörst über Kopfhörer mit.
- Raumton aufnehmen: 10 Sekunden Stille am Drehort helfen im Schnitt, Pausen sauber zu füllen.
- Draußen immer mit Windschutz filmen.
Grundlagen zu Bild, Licht und Planung bündelt unser Leitfaden Smartphone-Videos im Unternehmen.
Wann lohnt sich ein professioneller Dreh?
Für schnelle, nahe und regelmäßige Formate reicht ein Smartphone mit gutem Mikrofon. Ein professioneller Dreh lohnt sich, wenn ein Film deine Marke über Jahre trägt, mehrere Personen gleichzeitig sprechen, laute Umgebungen wie Produktion oder Events dazukommen oder der Film in Kampagnen und auf Messen läuft. Dann geht es nicht mehr nur um Ton, sondern um Dramaturgie, Licht und Schnitt.
Wie das wirkt, zeigen die Mitarbeiterportraits für Nexontis: 9 Portraits und ein Hero-Video, nach deren Veröffentlichung das Unternehmen deutlich mehr Bewerbungen über LinkedIn erhielt. Kurze Formate für deine Kanäle produzieren wir als Social-Media-Videoproduktion ab 2.500 €. Alle Formate mit Preisrahmen zeigt die Seite Kosten einer Videoproduktion, unsere Projekte aus der Region die Seite Filmproduktion in Ludwigshafen.
Soll dein Team selbst produzieren, lernt es im Workshop Filmen mit dem Smartphone an einem Tag Planung, Bildgestaltung, Licht, sinnvolles Zubehör und Schnitt, mit eigenen Clips als Ergebnis. Fragen zu deinem Projekt beantworten wir gern über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Welches Mikrofon passt zu meinem Smartphone?
Das hängt vom Einsatz ab. Für Interviews und Statements in ruhigen Innenräumen reicht ein Einsteiger-Ansteckmikrofon mit Steckempfänger. Wer draußen, auf Events oder regelmäßig filmt, ist mit einer Funkstrecke aus Sender und Empfänger besser bedient. Prüfe vor dem Kauf den Anschluss deines Handys: USB-C oder bei älteren iPhones Lightning.
Funktioniert ein externes Mikrofon mit jeder Kamera-App?
Nicht immer zuverlässig. Manche Apps greifen je nach Einstellung weiter auf das eingebaute Mikrofon zu. Mach deshalb vor jedem Dreh eine kurze Probeaufnahme und hör sie über Kopfhörer ab. Viele Funkstrecken zeichnen zusätzlich im Sender auf, dann hast du im Zweifel eine Sicherheitskopie.
Wo befestige ich ein Ansteckmikrofon richtig?
Etwa eine Handbreit unter dem Kinn, mittig am Kragen, an der Knopfleiste oder am Revers. Das Mikrofon sollte frei liegen und nicht an Stoff, Schmuck oder Haaren reiben, das Kabel führst du unter der Kleidung. Dreht sich die Person beim Sprechen zu einer Seite, setzt du das Mikrofon auf diese Seite.
Brauche ich bei 2 Sprechern 2 Mikrofone?
Ja, wenn beide gut verständlich sein sollen. Viele Funkstrecken gibt es als Set mit 2 Sendern und einem Empfänger. Je nach System landen beide Stimmen auf getrennten Spuren oder gemischt auf einer. Getrennte Spuren lassen sich im Schnitt besser regeln, etwa wenn eine Person deutlich lauter spricht.
Wie bekomme ich Hall aus einer Aufnahme?
Am besten gar nicht erst hinein. Filter in Schnitt-Apps und Schnittprogrammen können Hall und Rauschen mindern, klingen bei starkem Einsatz aber schnell künstlich. Wirksamer sind ein kurzer Abstand zwischen Mikrofon und Mund und ein Raum mit weichen Flächen wie Teppich, Vorhängen oder Regalen.
Lohnt sich ein Workshop, wenn wir schon ein Mikrofon haben?
Ja, wenn dein Team regelmäßig Videos produzieren soll. Technik ist nur ein Teil: Planung, Bildgestaltung, Licht und Schnitt entscheiden genauso über die Wirkung. Im Workshop Filmen mit dem Smartphone übt dein Team das an einem Tag mit eigenen Clips, bei euch im Haus oder in unserem Studio in Ludwigshafen.




