Oliver G. Hoffmann und Oliver GeibelGeschäftsführung

Imagefilm

Unternehmensvideo: Arten, Einsatz und Beispiele

Imagefilm, Recruitingfilm, Produktvideo, CEO-Botschaft oder Schulungsvideo: welche Unternehmensvideos es gibt, wofür sie eingesetzt werden und wie du das passende Format findest.

Ein Unternehmensvideo ist jeder Film, den ein Unternehmen gezielt für seine Kommunikation einsetzt, vom Imagefilm über Recruiting- und Produktvideos bis zu CEO-Botschaften, Schulungsvideos und Social-Media-Clips. Welches Format passt, entscheidet das Ziel: Vertrauen, Bewerbungen, Anfragen oder Verständnis für einen Wandel brauchen jeweils andere Filme, andere Längen und andere Kanäle.
Inhalt
  1. Was ist ein Unternehmensvideo?
  2. Welche Arten von Unternehmensvideos gibt es?
  3. Wofür setzen Unternehmen Videos ein?
  4. Visuelle Kommunikation: Welche Rolle spielt das Video?
  5. Was macht ein Unternehmensvideo wirksam?
  6. Unternehmensvideo selbst drehen oder produzieren lassen?
  7. Was kostet ein Unternehmensvideo?
Filmstill: Mann mit Brille legt die Hand an eine Industrieanlage

Unternehmensvideo, Unternehmensfilm, Corporate Video, Firmenvideo: Gemeint ist fast immer dasselbe, nämlich Film als Werkzeug der Unternehmenskommunikation. Dahinter stecken aber sehr unterschiedliche Formate mit unterschiedlichen Zielen, Längen und Budgets. Dieser Ratgeber sortiert sie, zeigt Einsatzfelder mit Beispielen aus unserer Produktion und hilft dir, das passende Format für dein Ziel zu finden.

Was ist ein Unternehmensvideo?

Ein Unternehmensvideo ist ein Film, den ein Unternehmen gezielt für seine Kommunikation einsetzt: nach außen gegenüber Kunden, Bewerbern, Partnern und Investoren oder nach innen gegenüber den eigenen Mitarbeitenden. Der Begriff ist ein Oberbegriff. Der Imagefilm, der das Unternehmen als Ganzes zeigt, ist seine bekannteste Form. Ebenso dazu gehören Recruitingfilme, Produktvideos, CEO-Botschaften, Schulungsvideos und Social-Media-Clips.

Unternehmensvideo, Unternehmensfilm oder Corporate Video?

Eine feste Abgrenzung gibt es nicht. Im Sprachgebrauch steht Unternehmensfilm eher für längere, dramaturgisch gebaute Produktionen, Unternehmensvideo und Firmenvideo eher für kürzere, digitale Formate. Corporate Video ist der englische Begriff, der vor allem in Konzernen und in der internationalen Kommunikation verbreitet ist. Für die Planung ist die Bezeichnung zweitrangig. Wichtig ist, welche Aufgabe der Film erfüllen soll.

Welche Arten von Unternehmensvideos gibt es?

Unternehmensvideos lassen sich am besten nach ihrem Ziel unterscheiden. Ein Imagefilm baut Vertrauen auf, ein Recruitingfilm bringt passende Bewerbungen, ein Produktvideo macht ein Angebot verständlich, ein Schulungsvideo vermittelt Wissen. Die Übersicht zeigt die gängigen Formate mit typischer Länge und Einsatzort. Die Längen sind Richtwerte, die tatsächliche Dauer folgt aus Botschaft und Kanal.

FormatZielTypische LängeWo es läuft
Imagefilm und UnternehmensfilmVertrauen und Positionierung1 bis 3 Min.Website, Präsentation, Messe
Recruitingfilmpassende Bewerbungen1 bis 2 Min., Portraits kürzerKarriereseite, LinkedIn, Stellenanzeigen
WerbefilmNachfrage für ein Angebot15 bis 60 Sek.Online, Kino, TV
Produkt- und ErklärvideoProdukt oder Prozess verständlich machen1 bis 3 Min.Website, Vertrieb, Messe
Social-Media-ClipsReichweite und Präsenz15 bis 60 Sek.LinkedIn, Instagram, TikTok, YouTube Shorts
Industriefilm und ProjektdokumentationGroßprojekte sichtbar machenHauptversion 15 bis 45 Min., dazu ClipsYouTube, Investoren, Ausschreibungen
CEO-Video und VorstandskommunikationStrategie erklären, Führung sichtbar machen1 bis 3 Min.Intranet, Townhall, Hauptversammlung
Schulungs- und Onboarding-VideoWissen einheitlich vermitteln1 bis 3 Min. je Lerneinheit, komplexe Abläufe längerLernplattform, Intranet
Eventfilm und MessefilmVeranstaltung verlängern, Stand beleben1 bis 4 Min., als Loop auch längerWebsite, Social Media, Messestand

Die Grenzen sind fließend. Ein Imagefilm kann zugleich Recruiting leisten, eine Projektdokumentation liefert Material für Social Media. Entscheidend ist, dass jeder Film ein Hauptziel hat. Weitere Aufgaben übernehmen Fassungen und Clips aus derselben Produktion.

Wofür setzen Unternehmen Videos ein?

Unternehmen setzen Videos dort ein, wo Text an Grenzen stößt: wenn Menschen Vertrauen fassen sollen, bevor sie jemanden kennen, wenn komplexe Leistungen verständlich werden müssen oder wenn ein Wandel intern ankommen soll. Die 5 wichtigsten Einsatzfelder sind Marke und Vertrieb, Recruiting, interne Kommunikation, Investoren und Gremien sowie Projekt- und Standortkommunikation.

Marke und Vertrieb

Im B2B-Geschäft entscheiden oft Verständnis und Vertrauen über eine Zusammenarbeit. Ein Unternehmensfilm zeigt, wofür ein Unternehmen steht, und macht Leistungen greifbar, die man nicht anfassen kann. Die PHOENIX group aus Mannheim versorgt als Pharmagroßhändler halb Europa mit Medikamenten, eine Leistung, die gerade deshalb selbstverständlich wirkt. Der Unternehmensfilm für PHOENIX erzählt sie aus dem Alltag der Mitarbeitenden statt über Marktanteile. Die Überschrift des Projekts bringt es auf den Punkt: 48.000 Menschen in 29 Ländern. Und kein einziges Diagramm im Film.

Recruiting und Employer Branding

Bewerberinnen und Bewerber wollen sehen, mit wem sie arbeiten werden. Recruitingfilme und Mitarbeiterportraits zeigen Arbeitsalltag, Teams und Kultur, und zwar dort, wo Kandidaten suchen: auf der Karriereseite, in Stellenanzeigen und auf LinkedIn. Oft wirkt eine Serie kurzer Portraits stärker als ein einzelner langer Film. Mehr dazu auf der Seite Recruitingfilm erstellen lassen.

Interne Kommunikation und Change

Nach innen erreichen Videos Mitarbeitende, die keine Zeit für lange Rundmails haben oder gar nicht am Schreibtisch arbeiten. Sie erklären Strategien, begleiten Veränderungen und geben der Führung ein Gesicht.

Für BASF haben wir dem Format BASF Inside eine neue Videostrategie gegeben und es vom Intranet-Format zu einem Kanal mit echter Reichweite gemacht. Innerhalb von 12 Monaten stiegen die Views auf Facebook um 1.400 Prozent und die Likes auf LinkedIn um 780 Prozent, ohne zusätzliches Mediabudget.

Eine Stimme aus der Belegschaft: „Persönlich, authentisch, real, mit humorvollen Akzenten.“ Die Details stehen in der Success Story BASF Inside.

Investoren, Hauptversammlung und Gremien

Vor Aufsichtsrat, Investoren oder Hauptversammlung muss ein Film in wenigen Minuten Haltung und Richtung zeigen. MVV Energie wollte die eigene Rolle in der Energiewende erzählen, ohne in Technik und Zielzahlen abzurutschen.

Filmstill aus „Kümmerer der MVV“: Techniker mit Schutzhelm prüft ein Bauteil in einer Anlage

Der Film „Kümmerer der MVV“ folgt einem Tag in der Stadt, gedreht mit 2 Teams parallel, und zeigt die Menschen, die sich um die Versorgung kümmern. Premiere hatte er auf der Hauptversammlung. Mehr zu diesem Einsatzfeld unter Vorstandskommunikation.

Projekt- und Standortkommunikation

Großprojekte, neue Werke und Standorte brauchen Bilder, solange sie entstehen. Eine filmische Projektdokumentation begleitet sie vom Spatenstich bis zur Eröffnung. Während des Projekts nehmen regelmäßige Einblicke die Stakeholder mit, nach dem Abschluss dient die Langfassung in Ausschreibungen und bei Investoren als Referenz. Mehr dazu unter Industriefilm und Projektdokumentation.

Visuelle Kommunikation: Welche Rolle spielt das Video?

Visuelle Kommunikation umfasst alles, was Botschaften über Bilder transportiert: Corporate Design, Fotografie, Infografik, Animation und Film. Das Video ist darin das einzige Medium, das Bild, Sprache, Musik und Zeit verbindet. Es kann zeigen, wie ein Prozess abläuft, wie eine Stimme klingt und wie ein Team miteinander umgeht. Deshalb spielt es seine Stärke dort aus, wo Vertrauen oder Verständnis entstehen sollen.

Eine Zahl begegnet dir in diesem Zusammenhang häufig: Bilder würden 60.000-mal schneller verarbeitet als Text. Für diese Behauptung gibt es keine belastbare Primärquelle, deshalb verwenden wir sie nicht.

Das bessere Argument ist ohnehin praktisch. Einen Werksrundgang, ein Gesicht oder eine Stimme kann ein Text nur beschreiben, ein Film zeigt sie. Gleichzeitig ersetzt Video keinen Text. Wer etwas nachlesen, vergleichen oder prüfen will, braucht beides. Gute visuelle Kommunikation verbindet Film, Text, Fotos und Grafiken zu einem stimmigen Auftritt, oft aus ein und derselben Produktion.

Was macht ein Unternehmensvideo wirksam?

Ein Unternehmensvideo wirkt, wenn es ein Ziel, ein Publikum und eine Botschaft hat und diese Botschaft mit echten Menschen belegt, statt sie zu behaupten. Technik und Bildqualität sind Voraussetzung, aber selten der Grund, warum ein Film scheitert. Meist fehlt die strategische Klarheit: Der Film zeigt das Unternehmen, erklärt aber nicht, warum es für die Zuschauer relevant ist. 5 Prinzipien aus unserer Praxis:

  1. Erst Strategie, dann Kamera. Ziel, Zielgruppe und gewünschte Wirkung stehen fest, bevor jemand das Stativ aufbaut.
  2. Menschen statt Behauptungen. „Kundenorientiert“ schreibt jedes Unternehmen über sich. Glaubwürdig wird es, wenn Mitarbeitende und Kunden zeigen, was das konkret heißt.
  3. Zeigen statt erklären. Eine Szene, in der ein Problem gelöst wird, ersetzt 3 Sätze Sprechertext.
  4. Ein Film oder eine Serie, je nach Ziel. Für einen klaren Markenmoment reicht oft ein starker Film. Für Recruiting, Change-Kommunikation oder laufenden Content ist eine Serie meist wirksamer.
  5. Fassungen von Anfang an planen. Aus einem Dreh entstehen Hauptfassung, Kurzfassungen, Hochformat-Clips und Fotos, wenn sie im Konzept stehen.

Wie das im Ablauf aussieht, erklärt der Ratgeber Imagefilm-Konzept und Ablauf. Kommentierte Filme aus Industrie, Mittelstand und öffentlicher Hand findest du unter Imagefilm-Beispiele.

Unternehmensvideo selbst drehen oder produzieren lassen?

Beides hat seinen Platz. Regelmäßige Einblicke, kurze Updates und Social-Media-Clips kann ein geschultes Team mit dem Smartphone selbst drehen, schnell und nah am Geschehen. Filme, die über Jahre für Marke, Recruiting oder Vertrieb arbeiten sollen, brauchen Dramaturgie, Licht, Ton und Schnitt auf professionellem Niveau. Viele Unternehmen kombinieren deshalb beides: einen produzierten Kernfilm und eigene Clips aus dem Alltag.

KriteriumSelbst drehenMit einer Filmagentur produzieren
Geeignet fürEinblicke, Updates, Social-Media-Clips, interne KurzbotschaftenImagefilm, Recruitingfilm, Projektdokumentation, Filme für Hauptversammlung und Messe
StärkenTempo, Nähe, FrequenzDramaturgie, Bild- und Tonqualität, Wirkung über Jahre
GrenzenStory, Licht und Ton, Zeit im TeamVorlauf und Budget
Kosteninterne Arbeitszeit und Ausstattungje nach Format, Imagefilm z. B. ab 15.000 €
VoraussetzungKnow-how im Teamklares Ziel und ein gutes Briefing

Soll dein Team selbst filmen, lohnt sich ein Training. Im Workshop Smartphone-Video lernt dein Team an einem Tag, Videos selbst zu drehen. Die Northwind Akademie bietet dazu Kurse, Workshops und eine Community. Praktische Tipps für den Einstieg sammelt der Ratgeber Smartphone-Videos im Unternehmen.

Was kostet ein Unternehmensvideo?

Die Kosten eines Unternehmensvideos hängen vom Format ab, nicht von der Minutenzahl. Treiber sind Konzept, Drehtage, Drehorte, Animation, Postproduktion und die Zahl der Fassungen. Zur Orientierung die Einstiege bei Northwind: Imagefilm ab 15.000 €, Recruitingfilm ab 15.000 €, Social-Media-Clips ab 2.500 €, Produktions- oder Maschinenfilm ab 10.000 €, Projektdokumentation typischerweise 25.000 bis 100.000 €. Alle Preise netto, zzgl. MwSt.

Alle Formate im Preisüberblick findest du unter Kosten einer Videoproduktion, die Kalkulation eines Imagefilms im Detail unter Imagefilm-Kosten. Wenn du schon weißt, dass es ein Film über dein Unternehmen als Ganzes werden soll: Auf der Seite Imagefilm erstellen lassen zeigen wir Ablauf, Referenzen und Leistungen. Für alle anderen Formate erreichst du uns über das Kontaktformular.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Unternehmensvideo und Imagefilm?

Unternehmensvideo ist der Oberbegriff für alle Filme, die ein Unternehmen in seiner Kommunikation einsetzt. Der Imagefilm ist eine bestimmte Form davon: Er zeigt das Unternehmen als Ganzes und soll Vertrauen aufbauen. Recruitingfilme, Produktvideos oder Schulungsvideos sind ebenfalls Unternehmensvideos, aber keine Imagefilme.

Wie lang sollte ein Unternehmensvideo sein?

Das hängt von Format und Kanal ab. Ein Imagefilm für die Website ist meist 60 Sekunden bis 3 Minuten lang, Social-Media-Clips 15 bis 60 Sekunden, eine Projektdokumentation in der Hauptversion 15 bis 45 Minuten. Eine Übersicht je Kanal findest du im Ratgeber zur Imagefilm-Länge je Kanal.

Wo setze ich ein Unternehmensvideo am besten ein?

Dort, wo sich deine Zielgruppe ein Bild von dir macht: auf der Website, in Präsentationen und Vertriebsgesprächen, auf LinkedIn, auf Messen, auf der Karriereseite und intern im Intranet oder auf der Betriebsversammlung. Ein Film entfaltet seine Wirkung erst durch den richtigen Einsatz, deshalb gehört die Kanalplanung schon ins Konzept.

Lohnt sich ein Unternehmensvideo auch für den Mittelstand?

Ja, wenn es ein klares Ziel hat. Mittelständische Unternehmen sind bei Kunden und Bewerbern oft weniger bekannt, als ihre Leistung es rechtfertigt. Ein starker Kernfilm mit Kurzfassungen und Clips arbeitet über Jahre auf Website, LinkedIn und Messen. Wir produzieren für den Mittelstand der Region ebenso wie für Konzerne wie BASF, SAP und DHL.

Wie oft sollte man ein Unternehmensvideo erneuern?

Ein gut erzählter Film hält viele Jahre, wenn er auf Moden und Jahreszahlen verzichtet. Den Ausbildungsfilm für MVV Energie setzt das Unternehmen seit Jahren ein, ohne ihn grundlegend anpassen zu müssen. Erneuern solltest du, wenn sich Positionierung, Standort oder Angebot deutlich verändert haben. Der Imagefilm der Hochschule Ludwigshafen ersetzte einen Film, der über 15 Jahre alt war und den neuen Campus nicht zeigte.

Welches Format passt zu deinem Ziel?

Du erzählst uns dein Vorhaben, wir sagen dir ehrlich, ob und wie Film dir weiterhilft. Alle Formate vom Imagefilm bis zur Vorstandskommunikation findest du in unserer Leistungsübersicht.

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